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Geschichte des ABC

Es waren bewegte Zeiten, damals, Ende der siebziger Jahre. Die Anti-Atomkraftbewegung sorgte für machtvolle Demonstrationen in Brokdorf und in Gorleben, Alternativprojekte schossen aus dem Boden, die Frauenbewegung krempelte vieles und viele um, das Politische sollte persönlich werden, das Persönliche galt als politisch.

Vor diesem Hintergrund machte sich eine kleine Anzahl von HamburgerInnen auf – die einen waren Jugend- und ErwachsenenpädagogInnen, die anderen noch StudentInnen –, neue Wege in der politischen Bildungsarbeit einzuschlagen. Ihre Ziele: Die Aufhebung des Widerspruchs von Kopf- und Handarbeit, die Auflösung des Gegensatzes von Arbeiten und Leben, ein selbstbestimmtes Projekt, ohne Abhängigkeit von „Staatsknete“. In der von Dutzenden HamburgerInnen getragenen Gründung des Vereins „Autonomes Bildungscentrum“ im Februar 1979 flossen diese Ideen zusammen, schon im August des Jahres konnte ein alter Resthof in Hüll, einige Kilometer nördlich von Stade, erworben werden. Fast drei Jahre renovierten die Aktiven und mit ihnen viele begeisterte FreundInnen das Gebäude von Grund auf, bis endlich 1982 der Seminarbetrieb losging.

Mit dem ABC verbinden sich bei vielen Erinnerungen an spannende Seminare, die stark von persönlicher Betroffenheit und aktivem Handeln im eigenen gesellschaftlichen Bereich geprägt waren. Frauen konnten z. B. in einer Seminarreihe „Danke, das schaff ich allein“ den Reifenwechsel und vieles mehr ums Auto praktisch erproben, kreative Kunstseminare kamen hinzu, ebenso wurde kritisch hinterfragt, wie sich die neuen Medien bzz. Computer in die Arbeitswelt drängen und damit Arbeitsplätze vernichten. Das ABC Hüll hat als politisch-pädagogisches Experimentierfeld maßgeblich auf die politische Bildungslandschaft im gesamten norddeutschen Raum ausgestrahlt, viele „ABC’lerInnen“ sind heute an führender Stelle in anderen Bildungseinrichtungen tätig oder selbständige (Bildungs-)BeraterInnen.

Doch auch die rückwärtsgewandten gesellschaftlichen Veränderungen haben gerade in den letzten Jahren ihre Spuren hinterlassen. Die vom ABC längst als notwendig erkannte und akzeptierte Förderung aus Weiterbildungsetats wird geringer, die politische Bildung zunehmend als überflüssiger Luxus empfunden. Der zunehmende Druck, aber auch die Infragestellung bzw. Weiterentwicklung ursprünglicher Motive haben im ABC inzwischen den Übergang vom selbstverwalteten Projekt zum professionell geleiteten Bildungs- und Dienstleistungsbetrieb zur Folge gehabt.

Und noch etwas… woher kommt eigentlich der Name „Sp@ghettihaus“ für unser Multimediahaus?
Im Laufe der Jahre mit einem Ausbau der Medienseminararbeit zeichnete sich immer mehr ab, dass ein eigenständiges Haus für Jugendliche her musste, die die technischen Voraussetzungen dafür beherbergten. Neue Medien, Film-, Video, und Fotoprojekte sowie Internet wurden immer wichtiger und gewannen an Bedeutung für unsere Bildungsarbeit mit – aber nicht nur für – Jugendliche.
Bevor das Multimediahaus im Sommer 2002 gebaut bzw. fertig gestellt wurde, haben Jugendliche selbst bei den Endarbeiten im Haus und auf dem Außengelände mit angepackt. Gleichzeitig starteten die ersten Theater-, Video- und Fotowerkstätten.
Von einem Jugendseminar aus den 80er Jahren gab es einen Eintrag der Jugendlichen ins ABC-Gästebuch:
„Das Beste an Euch sind die Spaghetti um Mitternacht“. Das war die Stunde der Namensgebung und unser Multimediahaus wurde in Sp@ghettihaus getauft.

 

Die im Mai 2004 erschienene Chronik „Ein Haus voller Leben“ zeichnet anhand ausgewählter Dokumente und Bilder den Weg des ABC Hüll als eines der markantesten Bildungsprojekte der linken und alternativen Szene seit Ende der 70er Jahre nach. Sie ist bei uns zu erwerben oder online zu bestellen (inkl. Leseprobe).